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Erfülle dein Sexleben: Das Swingerclub-Einmaleins

Das Thema Swingerclub ist in vielerlei Munde, doch auch von zahlreichen Mythen umgeben. Fast jeder hat schon einmal von einer solchen Einrichtung gehört und vielleicht auch eine Vorstellung dazu, doch nur wenige Menschen wissen, wie es tatsächlich im Inneren eines Swingerclubs aussieht. Was führt Männer und Frauen in ein solches Etablissement? Kann man auch als Nicht-Swinger in den Club gehen? Und was zieht man überhaupt an?
Wir bringen Licht ins Dunkel.

So sieht ein Swingerclub aus

Eins vorweg: Wer wirklich neugierig ist, wie ein Swingerclub von innen aussieht, der kann eine Führung in Anspruch nehmen. Manche Clubs bieten Neulingen eine Tour auch außerhalb der Betriebszeiten durch die Räumlichkeiten an und erklären, was es mit den einzelnen Bereichen auf sich hat. Ob ein Club derartige Führungen anbietet, kann man telefonisch erfragen. Zudem sollte man keine Scheu davor haben, sich als Anfänger zu outen. Irgendwo muss jeder mal anfangen und sowohl die Mitarbeiter als auch erfahrenere Gäste bieten für gewöhnlich gerne ihre Hilfe an. Zumeist befindet sich ein Swingerclub in einer weniger frequentierten Umgebung, um die Diskretion der Besucher zu wahren. Auch der Eingang ist normalerweise vor neugierigen Blicken abgeschottet. Das Herz des Clubs ist der Tanzbereich mit der Bar. So werden auch neue Gäste mit einem vertrauten Element begrüßt und können erst mal alles auf sich wirken lassen. In dieser vergleichsweise normalen Umgebung gibt es Drinks an der Bar und tanzende Menschen auf dem Dancefloor wie in einem herkömmlichen Club. Um die Bar herum sind Sitzecken verteilt. So haben die Gäste Rückzugsmöglichkeiten, können aber gleichzeitig das Geschehen leicht verfolgen. Hier kommt man mit anderen ins Gespräch und testet die Sympathie unter dem Motto Alles kann, nichts muss. Vom Sitzbereich geht es zum Wellnessraum. Dieser ist mit einem großen Whirlpool ausgestattet. Eine Nebentür führt zur Sauna, eine weitere in den Duschraum. Dieser kann bereits einem bestimmten Motto gewidmet sein. Beispielsweise gibt es Tropen- oder Weltraum-Duschen. Schummriges Licht sorgt für die richtige Atmosphäre.Eine Information am Rande: Swingerclubs genießen zwar den Ruf, in erster Linie Gäste jenseits der Fünfzig anzuziehen, die Realität sieht jedoch anders aus. In den meisten Einrichtungen liegt der Altersdurchschnitt weit darunter, viele Kunden sind sogar erst 18. Überhaupt werden die Gäste von Jahr zu Jahr immer jünger und das Swingen salonfähiger.Ein Vorhang verbirgt die gewundene Treppe, die zur zweiten Etage hinaufführt. Hier findet man die Motto-Räume, in denen alle sexuellen Spielarten praktiziert werden können. In manchen Clubs sind diese klimatisiert, damit man nicht zu sehr ins Schwitzen gerät, andere Etablissements setzen gerade auf ein warmes Klima, um die Gemüter anzuheizen. Die Räume selbst sind für gewöhnlich gut ausgestattet und beherbergen alle Utensilien, die man für genüssliche Stunden benötigt. Das BDSM-Zimmer verfügt so nahezu immer über ein Andreaskreuz, einen Metallkäfig und einen Gynostuhl. Der Bondage-Raum lässt keine Wünsche übrig, was Fesselfantasien angeht und die Liebesschaukel in einem anderen Bereich erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit. Für zusätzliche Privatsphäre kann man einige Zimmer sogar abschließen. Fast allen Clubs gemeinsam ist ein Raum mit einer großen Spielwiese, der außerdem mit Spiegeln ausgekleidet ist, damit man sich das erotische Treiben aus allen Winkeln anschauen kann. Hier befindet sich auch die Glory-Hole-Wand. Männer schieben daran ihre Gemächte durch ein Loch in der Wand und können sich anonym von Frauen oral verwöhnen lassen. Rund 20 bis fünfzig Personen finden hier Platz, je nach Club. Die oberen Räume sind wie regelrechte Sexhöhlen gedacht, in denen ein jeder Gast seine Erfüllung findet und seinen Fantasien nachgehen kann.

Der Reiz des Swingens

Beim Swingen geht es darum, aus dem Alltag auszubrechen. Familie, Finanzen, Probleme, sie alle treten vorerst in den Hintergrund. Auch Paare können hier neue Würze in ihr Sexleben bringen. Bislang unerfüllte Fantasien wie Gruppenabenteuer oder intimer Kontakt mit dem gleichen Geschlecht werden hier zur Realität. Nicht nur neue Erfahrungen bringen Schwung in die Beziehung, selbst bereits bekannte Praktiken kann man beim Swingen in neuer Intensität erleben. Wer sich nicht traut, gleich beim ersten Mal voll einzusteigen, kann beruhigt sein. Es ist völlig legitim, erst einmal zuzuschauen. Selbst, wenn jemand direkt zum intimen Tanz bittet, ist es gang und gäbe, dankend abzulehnen. Das gilt überhaupt in allen Bereichen des Swingerclubs. Was man nicht machen möchte, muss man auch nicht, Zwang besteht niemals (außer als Teil eines Spiels). So fungiert das Etablissement wie ein ganz normaler Club, wenn auch weitaus kostspieliger. Dafür gibt es jedoch ein Buffet und Drinks an der Bar, die schon im Preis inbegriffen sind. Welche Disco kann da schon mithalten? Der Eintritt liegt pro Person bei rund fünfzig Euro, Männer, die allein kommen, müssen mehr hinblättern.

Mit den richtigen Erwartungen in den Club

Viele Gäste haben beim ersten Besuch eine völlig falsche Erwartungshaltung bezüglich des Swingerclubs. Männer, die alleine in die Einrichtung kommen, nehmen fälschlicherweise an, es sei leicht, dort Sex zu haben. Dementsprechend geben sie sich weder mit ihrem Outfit noch der Körperpflege besondere Mühe. Dies verstößt allerdings gegen den Swinger-Ehrenkodex. Ein wahrer Swinger sollte höflich und respektvoll kommunizieren, Gentleman sein. Die Gemüter sind beim Swingen erhitzt. Wenn der Geschlechtsverkehr ungeniert mit Fremden praktiziert wird, bleibt die Eifersucht nicht fern. Bisweilen müssen Konflikte geschlichtet und Tränen getrocknet werden. Besonders häufig kommt das vor, wenn einer der Partner weitaus mehr Aufmerksamkeit zugeteilt bekommt als der andere. Wer als Paar in den Swingerclub gehen will, sollte eine wirklich gefestigte Beziehung haben. Nur auf Basis blinden Vertrauens verläuft der Besuch ohne unerfreuliche Zwischenfälle. Beide Partner müssen den Wunsch gleichermaßen verspüren, offen miteinander umgehen und vorab klare Regeln vereinbaren. Dazu gehört auch, dass von vorneherein klar ist, ob beide getrennte Wege gehen, sobald die Türschwelle passiert ist oder ob die Zweisamkeit unzertrennlich ist. Missachtet man diese Ratschläge, endet der Abend schnell in einer totalen Katastrophe.

Das passende Outfit für den Swingerclub

Natürlich hat so mancher Swingerclub einen festen Dresscode, dieser richtet sich allerdings in erster Linie an das männliche Geschlecht. Mit einer Kombination aus ordentlichen Schuhen, einer Anzughose sowie einem einfarbigen Hemd machen die Herren aber grundsätzlich nichts falsch. Bei den Frauen gestaltet sich die Auswahl der richtigen Kleidung schon schwieriger. Als Äquivalent zum Standard-Männeroutfit gilt das Kleidchen mit Heels. Es kann von Vorteil sein, wenn die Aufmachung problemlos ausgezogen werden kann, schließlich geht es im Club zur Sache. Kommt man als Frau overdressed, lässt sich das so aber natürlich leicht beheben. Allgemein geht der Trend momentan in Richtung Clubwear. Zudem machen sich Lack, Leder und Latex mit passenden Boots bei beiden Geschlechtern gut. Umso mehr gilt das selbstverständlich, wenn der Gast den BDSM-Spielarten nicht abgeneigt ist. Unabhängig vom speziellen Look wird ein gepflegtes, ordentliches Aussehen gewünscht. Wer sich dennoch im Outfit vergriffen hat, muss nicht gleich wieder nach Hause: Viele Swingerclubs leihen auch angemessene Kleidung aus.

Fazit

Den ereignisreichen Abend im Swingerclub kann man in aller Ruhe an der Bar ausklingen lassen. Wer sich nicht vorstellen kann, der Einrichtung an einem normalen Abend vorbeizuschauen, das Ambiente aber dennoch faszinierend findet, der kann vielleicht an einer der zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen, die regelmäßig in den Clubs abgehalten werden. Egal, ob Fetischparty, Motto-Event oder Dating-Format, in Swingerclubs ist immer auch etwas los, was sich eindeutig abseits des klischeehaften Bildes des Etablissements bewegt.
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